Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat den Leitzins erneut bei 0,00 % belassen. Trotz der schwächelnden Konjunktur sieht sie weiterhin keinen ausreichenden Anlass für eine Rückkehr in den Negativzinsbereich. Zwar ist die Schweizer Wirtschaft im dritten Quartal 2025 gegenüber dem Vorquartal um 0,5% geschrumpft, doch dürfte die jüngst vereinbarte Zollsenkung im Handel mit den USA das Wachstum des Schweizer Bruttoinlandprodukts (BIP) in den kommenden Quartalen wieder ankurbeln, auch wenn die Wirtschaftsleistung unter dem langjährigen Durchschnitt verharren dürfte.
Gleichzeitig bleibt die globale Konjunkturlage angespannt, und die Teuerung in der Schweiz war in der zweiten Jahreshälfte durch negative Monatsraten geprägt. Zuletzt lag die Jahresteuerung bei 0%. Ein ausgeprägtes Deflationsrisiko erkennt die SNB dennoch nicht, auch wenn ihre bisherigen Inflationsprognosen den Rückgang der Teuerung unterschätzt haben. Entsprechend sieht sie von weiteren Zinssenkungen ab. Stattdessen dürfte sie bei einer Aufwertung des Frankens weiterhin nur punktuell eingreifen, um abrupte Kursbewegungen zu dämpfen.
SNB-Geldpolitik noch nicht unter Druck
Trotz schwacher Konjunktur und erneuter möglicher negativer Teuerung sieht die SNB derzeit keinen akuten Handlungszwang für eine Rückkehr in den Negativzinsbereich, da sie die Preisstabilität mittelfristig weiterhin als gewährleistet erachtet. Gleichzeitig gelten kleine Zinsschritte ins Negative als wenig wirksam, während ihre Nebenwirkungen zunehmen würden. Aus geldpolitischer Sicht entsteht daraus eine hohe Eingriffsschwelle: Entweder bleibt die SNB länger in einer abwartenden Haltung oder sie reagiert erst bei einer klaren Verschärfung der Lage mit einem grösseren Zinsschritt von 0.5%.

