Fortunato

from Narrenzeit by RIG

lyrics

Nemo me impune lacessit

Er kauerte am Straßenrand
nicht im Stand‘
sich hinzustellen
die Narrenkappe in der Hand
Es klingelten die Schellen

Ich lachte ihm zu, wie immer
da er unmöglich ahnte
dass ich Rache
nein, schlimmer
seinen Hingang plante

Nemo me impune lacessit

Seid gegrüßt, Fortunato!

Montresor, Ihr wirkt befreit
Trankt Ihr etwa, soviel wie ich?
Sagt, findet Ihr
die Narrenzeit
am End‘ gar nicht
so fürchterlich?

Ihr liebt die Stille
Ihr liebt das Feine
und nun so heiter?
Kommt!
Helft mir auf die Beine
Ich muss weiter!

Wartet noch!
Ihr dürft nicht gehen!
Es ist ein Wunder geschehen
von dem ich mehr
als sicher bin
auch ihr wollt es sehen!

Ein Dummkopf
ein törichter Greis
machte mich mehr als froh
Er gab mir
zum besten Preis
ein Fass Amontillado

Ein ganzes Fass?
Das glaub ich nicht!
Da führt Euch jemand hinter Licht!
Ein ganzes Fass?
Das kann nicht sein!
Jemand legt Euch herein!

Ganz gleich
ein großer Spaß
so oder so!
Kommt, lasst uns gehen!
Ich will ihn sehen
euren Amontillado!

Zwischen den Bäumen
ragt er hervor
der Palast
meines Freundes Montresor
Fröhlich schwatzend
treten wir ein
Wo mag er sein
der Amontillado?

Folgt mir nach
durchs große Tor
in die Gewölbe
derer von Montresor
Der Boden ist rutschig
die Mauern alt
Gebt gut acht
dass ihr mir bloß nicht fallt

Wir steigen tiefer hinab
in das Dunkel
bei nichts als Fackelschein
Wir steigen tiefer hinab
in die Kälte
wir beide ganz allein

Weißes Gespinst
an den Wänden
Fasst nichts an
mit bloßen Händen
Haltet ein Tuch
vor euren Mund
Reibt nicht die Augen
sonst werden sie schnell wund

Ich kann nicht atmen
bekomme kaum Luft
Es ist stockfinster
in dieser alten Gruft
Ein seltsamer Ort
für solch einen Wein
Wo kann er nur sein
der Amontillado?

Wir steigen tiefer hinab
in das Dunkel
bei nichts als Fackelschein
Wir steigen tiefer hinab
in die Kälte
wir beide ganz allein

Wir sind ans Ende
des Weges gelangt
Hier ruht der Wein
um den ihr so bangt
Dort in der Wölbung
Ihr seid sicher froh
steht das Fass
voll Amontillado

Hier sind nur Gebeine
vom Boden zur Decke
und eine Öffnung
dort in der Ecke
Ich trete ein
zu schwach ist das Licht
Hier hängt eine Kette
Ein Fass, das seh ich nicht

Welchen Schabernack treibt Ihr?
Montresor, was zum Teufel tun wir hier?
Wo ist er nun, der Wein?
Montresor, weshalb löscht Ihr den Fackelschein?

Jetzt gehört du endlich mir
Fortunato, hilflos wie ein blindes Tier
Jetzt hab ich dich in der Hand
Fortunato, festgekettet an der Wand

Was…?

Hab ich dich, Fortunato!

He! Was soll das?
Macht mich los!

Nein.

Stein auf Stein
Ich maure dich ein
Mörtel und Kelle
versiegeln deine Zelle

Wehr dich nicht, beschwer dich nicht!
Hör endlich auf zu schreien!
Dich befreien? Dir verzeihen?
Die Antwort lautet: Nein!
Du stirbst allein!

Stein auf Stein

Ein guter Spaß!
Ein großer Spaß!

Stein auf Stein

Sagt, werden wir nicht
im Schloss erwartet?

Stein auf Stein

Genug jetzt, lasst mich gehen!

Stein auf Stein

Um Gottes Willen, Montresor!

Stein auf Stein

In pace requiescat

Stein auf Stein

Nemo me impune lacessit

Am Ende
war da nur noch das Klingeln der Schellen
das Rasseln seiner Ketten
Mein Herz wurde schwer
Gegen das neue Mauerwerk
türmte ich den alten Knochenwall auf
Seit einem halben Jahrhundert
hat kein Sterblicher ihn je angerührt...

credits

from Narrenzeit, released October 26, 2025

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JANUS Mainz, Germany

JANUS are a German alternative duo exploring spiritual abyuss with a wide range of musical influences from metal to goth and classical music.

Als JANUS erforschen Toby und RIG menschliche Abgründe. Seit Ende der 90er gilt das deutschsprachige Duo einem Kreis Eingeweihter als Sinnbild für außergewöhnliche Musik ohne Grenzen.
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