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Flammentanz

@flammentanz / flammentanz.tumblr.com

Manuela, Germany, Classic Film Enthusiast Welcome to my world and make yourself comfortable!

“Die Bruce Partington Pläne” (“The Bruce Partington Plans”)

Sherlock Holmes: Erich Schellow Dr. John H. Watson: Paul Edwin Roth Mrs. Hudson: Manja Kafka

Holmes: “Congratulations! This is the Aldgate station exactly to the scale.” Watson: “I’m glad you like it. This is worth the effort. Perhaps you can recommend me to the stationmaster as his assistant.” Holmes: “It depends from your driving skills. So let’s start. Let’s suppose the turnout is already set. You pull the train with moderate speed over the turnout through the curve. It shall stop exactly at the station.” Watson: “Perhaps we should have invited a train driver.” Holmes: “Departure!” Watson: “Why? I don't drive yet.” Holmes: “Precisely. That’s your fault. Go! Departure! Excellent. What did you observe?” Watson: “Nothing at all. It took all my effort that the train didn't derail.” Holmes: “Precisely. The turnout and the curve follow one another so directly so that a considerable tug results. Put this little doll on the roof of one of the wagons.” Watson: “A rather unusual seat for a passenger. Don't you think so?” Holmes: “Some people cannot choose their seats anymore. And now the same once again from the beginning. Go! It could have been like that.” Watson: “I don’t understand why the murder victim climbed on to the roof of the wagon.” Holmes: “And what’s if the man died elsewhere and his corpse was put on the roof.” Watson: “There is something to this. Maybe it was the reason why he had no ticket.” Holmes: “Correct. And because he was already dead for a while we found no blood at the scene of accident. The corpse must have been put on the roof between this curve and the previous one.” Watson: “Clear as daylight, because it falls down at every curve because of the centrifugal force. And this also goes for corpses on the ...” Holmes: “Roofs ...” Watson: “ ... of wagons." Holmes: “So we only have to observe the straight section between these two curves. This route is long. 297 yards.” Watson: "Clear as daylight.” Hudson: “The child in the man. Don't you have anything better to do, Sir?” Holmes: “Yes, I have, Mrs. Hudson. We’ll buy some more dolls so that the wagons are not so empty. Come along, Watson!” Hudson: “Whether this turns out well in the long run?”

"Bei jeder Kunst, aber beim Film ganz besonders, gilt als oberstes Gesetz, dass man von seinem Werk, von seiner Arbeit selbst aufs Innerste ergriffen und besessen sein muss." Fritz Lang (05.12.1890 - 02.08.1976)

Für mich ist und bleibt der gebürtige Wiener der wirkungsmächtigste deutsche Filmregisseur des Zwanzigsten Jahrhunderts

« Le silence emplit ma maison. De la pièce d’angle où je passe la plupart des heures du jour, je découvre les lointains dans la direction du couchant. Au long de quinze kilomètres, aucune construction n’apparaît. Par-dessus la plaine et les bois, ma vue suit les longues pentes descendant vers les la vallée de l’Aube, puis les hauteurs du versant opposé. D’un point élevé du jardin, j’embrasse les fonds sauvages où la forêt enveloppe le site, comme la mer bat le promontoire. Je vois la nuit couvrir le paysage. Ensuite, regardant les étoiles, je me pénètre de l’insignifiance des choses. Vieil homme, recru d’épreuves, détaché des entreprises, sentant venir le froid éternel, mais jamais las de guetter dans l’ombre la lueur de l’espérance!» Charles de Gaulle: "Memoirs de Guerre / "Le Salut" (1959)

" Toute ma vie, je me suis fait une certaine idée de la France. Le sentiment me l’inspire aussi bien que la raison. Ce qu’il y a, en moi, d’affectif imagine naturellement la France, telle la princesse des contes ou la madone aux fresques des murs, comme vouée à une destinée éminente et exceptionnelle."

"Das ganze Leben über habe ich mir eine bestimmte Vorstellung von Frankreich gemacht. Mein Gefühl vermittelt sie mir ebenso wie die Vernunft. Was ich an Empfindungen besitze, lässt mir Frankreich wie die Prinzessin der Märchen oder die Madonna der Wandfresken erscheinen, bestimmt zu einem großen und ungewöhnlichen Geschick." (Eingangsworte der "Memoirs de Guerre" von Charles de Gaulle / 1954)

Charles de Gaulle (22.11.1890 - 09.11.1970)

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Der 09. November - Der Tag der Deutschen

Kaum ein anderer Tag vereint so viele, für unser Land historisch bedeutsame Ereignisse wie dieser

09.11.1848 - standrechtliche Hinrichtung von Robert Blum

Der republikanische Abgeordnete der Frankfurter Nationalversammlung wird, obgleich er unter parlamentarischer Immunität steht, bei Wien erschossen. Seine Hinrichtung gilt als Symbol für die Niederschlagung der Deutsche Revolution 1848/1849 durch die reaktionären herrschenden Kreise.

09.11.1918 - die Ausrufung der Republik in Berlin

Während der Novemberrevolution 1918 ruft von einem Fenster des Reichstagsgebäudes aus der sozialdemokratische Abgeordnete Philipp Scheidemann die “deutsche Republik” aus. Drei Stunden später proklamiert der Sozialist Karl Liebknecht vor dem Berliner Stadtschloss die “Freie Sozialistische Republik Deutschland”.

09.11.1923 - Hitler-Ludendorf-Putsch in München

In München putscht ein bis dahin unbekannter rechtsradikaler Demagoge namens Adolf Hitler im Verein mit dem reaktionären General Erich Ludendorff gegen die Weimarer Republik. Sein Versuch, die rechtsstaatliche Ordnung analog zu Benito Mussolini in Italien durch einen “Marsch auf Berlin” zu beseitigen, scheitert vor der Feldherrenhalle am Odeonsplatz durch den bewaffneten Einsatz der bayrischen Landespolizei. Vier Polizisten, ein unbeteiligter Passant und fünfzehn Putschisten sterben. Erstmalig werden die Nationalsozialisten einer breiteren Öffentlichkeit bekannt.

09.11.1938 - Reichsprogromnacht

Die Novemberprogrome mit etwa 400 Todesopfern, 1.406 zerstörten Synagogen und jüdischen Gebetsstuben markieren den endgültigen Übergang von der gesellschaftlichen Diskriminierung der jüdischen Bürger im nationalsozialistischen Deutschland zur offenen Gewaltanwendung, die schließlich im Holocaust endete.

09.11.1989 - Der Fall der Berliner Mauer

Auf einer bis dahin eher langweilig verlaufenen Pressekonferenz verliest das SED-Politbüromitglied Günter Schabowski gegen 7 Uhr abends auf Nachfrage des italienischen Journalisten Riccardo Ehrmann einen neuen Entwurf über Reisemöglichkeiten für DDR-Bürger. Der etwas umständliche Wortlaut ist folgender: “Privatreisen nach dem Ausland können ohne Vorliegen von Voraussetzungen (Reiseanlässe und Verwandtschaftsverhältnisse) beantragt werden. Die Genehmigungen werden kurzfristig erteilt. Die zuständigen Abteilungen Pass- und Meldewesen der der Volkspolizeikreisämter in der DDR sind angewiesen, Visa zur ständigen Ausreise unverzüglich zu erteilen, ohne dass dafür noch geltende Voraussetzungen für eine ständige Ausreise vorliegen müssen. Ständige Ausreisen können über alle Grenzübergangsstellen der DDR zur BRD erfolgen.” Der Reporter der “Bild”-Zeitung Peter Brinkmann fragt nach, ab wann dies in Kraft trete. Schabowski, der über den genauen Inhalt der neuen Regelung, die eine Sperrfrist beinhaltet, nicht informiert ist, da er bei deren Beschlussfassung nicht anwesend war, antwortet daher: „Das tritt nach meiner Kenntnis – ist das sofort, unverzüglich.“

Während das Fernsehen der DDR in nüchternen Worten über den Fakt der neuen Reisemöglichkeiten informiert, ist für Hanns Joachim Friedrichs während seiner Moderation der “Tagesthemen” die historische Bedeutsamkeit sofort ersichtlich: “Die DDR hat mitgeteilt, dass ihre Grenzen ab sofort für jedermann geöffnet sind. Die Tore in der Mauer stehen weit offen.“

Im Laufe des Abends versammeln sich immer mehr Menschen vor den Berliner Grenzübergängen und verlangen friedlich aber lautstark das ihnen neu zustehende Recht.

Eine halbe Stunde vor Mitternacht befiehlt Oberstleutnant Harald Jäger, der zuständige Leiter der Grenzübergangsstelle Bornholmer Straße, von seinen Vorgesetzten mit einer Entscheidung allein gelassen und mit Menschenmassen vor der Grenzübergangsstelle konfrontiert, eigenmächtig, sofort alle Kontrollen einzustellen und die Schlagbäume zu öffnen. Bis Mitternacht folgen alle weiteren Berliner Grenzübergangsstellen seinem Vorbild.

Kein einziger Schuss ist gefallen, niemand wurde verletzt. Tausende einander völlig fremde Menschen fallen sich weinend in die Arme.

"Die Wegbereiter der Freiheit sind Helden." (Roland Jahn) "Wir hatten alles geplant, wir waren auf alles vorbereitet, nur nicht auf Kerzen und Gebete.“ (Erich Loest: "Nikolaikirche") "Unsere gemeinsame Sorge und Verantwortung haben uns heute zusammengeführt. Wir sind von der Entwicklung in unserer Stadt betroffen und suchen nach einer Lösung. Wir alle brauchen freien Meinungsaustausch über die Weiterführung des Sozialismus in unserem Land. Deshalb versprechen die Genannten heute allen Bürgern, ihre ganze Kraft und Autorität dafür einzusetzen, dass dieser Dialog nicht nur im Bezirk Leipzig, sondern auch mit unserer Regierung geführt wird. Wir bitten Sie dringend um Besonnenheit, damit der friedliche Dialog möglich wird.“ (Aufruf der "Leipziger Sechs") "Wir sind das Volk!"

Leipzig - die Wiege der Friedlichen Revolution / 09.10.1989

Bereits seit 1982 - als man im vogtländischen Plauen, von denen einige Bewohner allen Ernstes glauben, sie seien die "Ersten" gewesen, noch brav "schlief" - versammelten sich in stetig steigender Zahl systemkritische Bürger in der Leipziger Nikolaikirche mit ihrem couragierten Pfarrer Christian Führer, um eine Verbesserung in ihrem Land zu erreichen. Die beklemmende Atmosphäre des 09.10.1989 in Leipzig ist mir als damalige Studentin im ersten Semester unvergesslich. Die Staatsführung der DDR hatte eine entsetzlich Drohgebärde der bewaffneten Organe entfaltet - von der Verhängung des Kriegsrechtes bis hin zum Szenario eines Blutbades. Dass dennoch etwa 70. 000 Menschen aus allen Schichten der Bevölkerung trotz Todesangst dieser Drohgebärde trotzten und friedlich die Macht der Diktatur beendeten, muss als ein unvergesslicher Moment in der deutschen Geschichte bezeichnet werden.

Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft und der Aussöhnung zweier "Erbfeinde"

Eine wahrhaft historische Begegnung zweier höchst unterschiedlicher Persönlichkeiten: am 14.09.1958 - seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges waren noch keine fünfzehn Jahre vergangen - empfing Charles de Gaulle, inzwischen Ministerpräsident der Vierten Republik (im folgenden Jahr wird er die Fünfte Republik initiieren und deren erster Staatspräsident werden) den deutschen Bundeskanzler Konrad Adenauer in seinem Landhaus “La Boisserie”. Niemals zuvor oder danach lud Charles de Gaulle einen Staatsmann in sein Privathaus ein. Konrad Adenauer war mit einiger Besorgnis zu diesem Besuch aufgebrochen, war ihm doch von allen Seiten Charles de Gaulle als ein Nationalist und Feind Deutschlands geschildert worden.

Doch Charles de Gaulle und Konrad Adenauer entwickelten sofort ein tiefes Verständnis und eine eben solche Sympathie für einander. Viele Biographen sprechen von "Liebe auf den ersten Blick” zwischen den beiden betagten Herren (Charles de Gaulle war damals 67 Jahre und Konrad Adenauer 82 Jahre alt).

Charles de Gaulle und Konrad Adenauer gingen offen und ehrlich mit einander um, und der eine war von der - nach außen vielleicht nicht sogleich zu erkennenden, im privaten Umgang jedoch umso deutlicher zutage tretenden - Herzlichkeit des anderen berührt. Beide Staatsmänner waren überdies Katholiken und zwar autoritäre, aber dennoch gütige Familienväter. Dass Charles de Gaulle in Konrad Adenauer einen Rheinländer und keinen Preußen vor sich hatte, der zudem niemals in einem Krieg gegen Frankreich gekämpft hatte, spielte gewiss auch eine große Rolle.

Das Weltbild der beiden Staatsmänner traf sich darin, dass die Versöhnung zwischen Deutschland und Frankreich die eigentliche Bedingung für einen dauerhaften Frieden in Europa war. Nach diesem ersten gemeinsamen Treffen gab es viele weitere Begegnungen und einen regen Briefwechsel zwischen Charles de Gaulle und Konrad Adenauer, immer getragen von der tiefen gegenseitigen Sympathie der beiden Politiker. Bei Adenauers Staatsbesuch in Frankreich 1962 bezeugten die beiden Staatsmänner in der - von deutschem Artilleriebeschuss noch immer gezeichneten - Kathedrale von Reims bei einem gemeinsamen Gottesdienst ihren Willen zur Aussöhnung zwischen ihren beiden Völkern.

Charles de Gaulle als Symbolfigur der nationalen Selbstbehauptung Frankreichs in deren dunkelster Stunde besuchte im Jahre 1962 das Land des ehemaligen Kriegsgegners und schaffte mit seinen triumphal gefeierten Ansprachen in deutscher Sprache (der damals 72jährige hatte sämtliche Reden selbst entworfen, mit den Dolmetschern daran gefeilt und sie anschließend auswendig gelernt) ein Wunder: Deutsche und Franzosen versöhnten sich. Nie wieder werden sie in blutigen, opferreichen Kriegen gegen einander die Waffen erheben. Am 22.01.1963 wurde das epochale Aussöhnungswerk mit dem “Elysee-Vertrag” gekrönt. Dass Charles de Gaulle und Konrad Adenauer dafür nicht mit dem Friedensnobelpreis geehrt wurden, empfinde ich als eine unverzeihliche Unterlassung.

Es ist sehr schön, dass das ZDF und ARTE die historische Begegnung mit dem Spielfilm "An einem Tag im September" (2025) würdigen, wobei mich jedoch leider weder Burghart Klaußner als Konrad Adenauer (da stimmt schon allein die Physis nicht, von dem typischen rheinländischen Tonfall ganz zu schweigen) überzeugt noch Jean-Yves Berteloot als Charles de Gaulle, dem die imposante Physis und die große Eloquenz des charismatischen Generals ermangelt. Ich bevorzuge eindeutig Bernard Farcy in der Titelrolle von "Charles de Gaulle - Ich bin Frankreich" ("Le Grand Charles").

Leider beinhaltet der Film trotz aller zugestandenen Fiktionalität sehr grobe Fehler in der Charakterisierung. Dass der Adjutant Gaston de Bonneval den General duzen und mit dem Vornamen anreden darf, ist völlig unglaubwürdig. Charles de Gaulle verbat sich derlei Vertraulichkeiten selbst von seiner Familie und nicht nur seine Gattin Yvonne - wie im Film korrekt wieder gegeben - sondern auch seine Kinder Philippe und Elisabeth hatten den Vater zu siezen. Yvonne de Gaulle war eine äußerst zurückhaltende Frau, niemals hätte sie zu einem Fremden - der Konrad Adenauer damals noch für die de Gaulles war - und schon gar nicht ohne vorherige Absprache mit ihrem Gatten, den sie über alles liebte und respektierte, über das tragische Schicksal ihrer jüngsten Tochter Anne gesprochen. Sie hat sich stets bescheiden im Hintergrund gehalten und hätte niemals an den Zwiegesprächen der beiden Staatsmänner teilgenommen, zudem hätte sie mit Adenauer in Ermanglung deutscher Sprachkenntnisse gar nicht reden können - ganz im Gegensatz zum General, der diese Sprache bereits in der Schule und auf der Militärakademie lernte und später in knapp drei Jahren deutscher Kriegsgefangenschaft während des Ersten Weltkrieges vervollkommnete.

Meiner Meinung nach hätte man sich in "An einem Tag im September" auf die persönliche Begegnung der beiden Staatsmänner Charles de Gaulle und Konrad Adenauer beschränken sollen, denn da sind dem Film durchaus anrührende Szenen gelungen statt die emotionale Kraft durch Nebenschauplätze zu verwässern. Die beiden im Film vorkommenden jungen Reporterinnen, die wohl als emanzipiert gelten sollen jedoch nur arrogant-besserwisserisch und daher unangenehm wirken sind eindeutig dem heutigen Zeitgeist geschuldet, damals waren Frauen in dieser Position selten anzutreffen und hätten sich auch gänzlich anders benommen. Auch ist viel zu viel hinzuerfundene Dramatik eingeflossen. Es ist historisch verbürgt, dass die Köchin der de Gaulles sich weigerte, für die deutschen Gäste zu kochen, der historische Hintergrund ist hier jedoch fiktiv aufgebauscht und die Figurenanlage ist leider outriert. Da Adenauers Besuch sehr vertraulich behandelt wurde, dürfte den ohnehin wenigen Bewohnern von Colombey-les-Deux- Églises diese Visite erst spät bekannt geworden sein - und dass der Wagen des deutschen Bundeskanzlers angegriffen wurde, ist reine Fiktion. Auch dass Philippe de Gaulle bei der historischen Begegnung anwesend war, ist nicht korrekt - überdies war er 1958 noch Korvettenkapitän und kein Admiral, diesen Rang erhielt er erst 1971.

Während mir der Spielfilm also nicht ganz so sehr zusagt, finde ich hingegen diese Dokumentation von "Terra X" sehr gelungen. Die ARD hat 2017 zu dieser bewegenden Thematik das sehr schöne Dokudrama "De Gaulle und Adenauer - Eine deutsch-französische Freundschaft" geschaffen.

In Memoriam Robert Redford (1936 - 2025)

Der charismatische Star, der sich stets vom oberflächlichen Glamour Hollywoods fernhielt, bleibt mir in zahlreichen Rollen unvergesslich wie beispielsweise:

als Joseph Turner in "Die drei Tage des Condor" (1975) als Bob Woodward in "Die Unbestechlichen" (1976) als The Sundance Kid in "Zwei Banditen" (1969) als Johnny Hooker in "Der Clou" (1973) als Norman "Sunny" Steele in "Der elektrische Reiter" (1979) als Denys Finch Hatton in "Jenseits von Afrika" (1985) als Tom Booker in "Der Pferdeflüsterer" (1998)

“Ich will heim!”(Clemens Forell)

“So weit die Füße tragen” (1959) von Fritz Umgelter

Clemens Forell (Heinz Weiss), ehemaliger Oberleutnant der Wehrmacht, ist aus ihm unbekannten Gründen zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden, die er in einem russischen Bleibergwerk am Ostkap Sibiriens ableisten soll.

Der eigensinnige Bayer hat bereits einen gescheiterten Fluchtversuch unternommen, was ihm die Ächtung durch seine dadurch durch die russischen Befehlshaber in ihren ohnehin äußerst limitierten Nahrungszuteilungen noch weiter begrenzten vermeintlichen Kameraden einträgt. Lediglich der Lagerarzt Dr. Heinz Stauffer (Wolfgang Büttner) unterstützt Forell und ermöglicht ihm, mit einer für ursprünglich seinen eigenen Fluchtplan, den er krankheitsbedingt aufgeben muss, zusammengestellten Ausrüstung die Flucht aus dem Lager.

Ganz allein auf sich gestellt, größtenteils in wochenlanger Einsamkeit, in zumeist unwirtlicher Landschaft bei extremen Temperaturen und nur von dem Willen getrieben, endlich nach Hause zu seiner Frau Katrin zu gelangen, ist Clemens Forell unterwegs. Um zu überleben wird er lügen, stehlen und einen gewaltsamen Raub verüben. Er begegnet Menschen, die ihm selbstlos bei seiner Flucht helfen, anderen die seine Notlage skrupellos ausnutzen, wieder anderen, die ihm aus Furcht jede Unterstützung verweigern und sogar einigen, die zur tödlichen Bedrohung für ihn werden.

Nur kurzzeitig steht Forell der ihm von einem jakutischen Züchter geschenkte Hund, den er “Willem” nennt, bei. Beim Überqueren der Grenze zur Mongolei opfert sich das treue Tier, indem es die Grenzposten ablenkt und Forell so vor den Schüssen bewahrt, die den Hund selbst treffen.

Als Clemens Forell nach drei Jahren endlich den Iran erreicht hat, wird er von der örtlichen Militärpolizei arrestiert und soll von seinem in der benachbarten Türkei ansässigen Onkel Erich Baudrexel (Robert Bürkner) identifiziert werden. Forell kann sämtliche Fotos aus dem mitgebrachten Album korrekt benennen, aber Baudrexel gesteht ihm: “Ich habe dich nicht erkannt. Ich habe nichts von all dem geglaubt und ich kenne dich jetzt auch nicht. Du bist ein völlig anderer Mensch!”

Fassungslos starrt Clemens Forell auf ein Foto, das ihn als jungen Soldaten zeigt (eine Privataufnahme des jungen Heinz Weiss) - eine Person, die offensichtlich nichts mehr mit ihm zu tun zu haben scheint ...

Die beiden gebürtigen, fast gleichaltrigen Stuttgarter Heinz Weiss und Fritz Umgelter - der Regisseur war lediglich ein Jahr jünger als der Schauspieler - hatten bereits bei zwei Filmen zusammen gearbeitet, als sich Umgelter 1959 für die Besetzung des Clemens Forell für Heinz Weiss entschied. Der hoch dramatische und sehr ergreifende Sechsteiler “So weit die Füße tragen” - basierend auf dem gleichnamigen Roman von Josef Martin Bauer - markierte nicht nur den Beginn einer immensen Popularität für den bis dahin unbekannten Schauspieler Heinz Weiss sondern auch einer intensiven Zusammenarbeit der beiden Künstler, denn Fritz Umgelter besetzte Heinz Weiss von nun an in den meisten seiner Fernsehfilme - bis hin zu seiner letzten Regiearbeit “Das Traumschiff: Cayman Islands” (1981 - der Ausstrahlungstermin war im Folgejahr nach Umgelters Tod), in der Heinz Weiss einen Wirtschaftsmagnaten namens Hansen spielte. Ab 1983 erhielt Heinz Weiss die Rolle, die neben dem Clemens Forell zu der für ihn wohl populärsten wurde: Kapitän Heinz Hansen in "Das Traumschiff", die er bis 1999 verkörperte.

Für einen Zuschauer, der Heinz Weiss in erster Linie mit dem “Traumschiff”-Kapitän identifiziert, ist es überaus überraschend und faszinierend zu sehen, zu welch ergreifender Charakterstudie - sogar häufig gänzlich ohne einen einzigen Schauspielkollegen - Umgelter Weiss hier geführt hat. Die zurückhaltende, doch daher umso bewegendere Mimik von Heinz Weiss in “So weit die Füße tragen” unterbrochen von wenigen, dafür umso emotional ergreifenderen Gefühlsausbrüchen - etwa im zweiten Teil als Forell befürchtet, tagelang in der Schneewüste Sibiriens im Kreis gelaufen zu sein und er plötzlich die ersten Bäume entdeckt und er vor unfassbarer Erleichterung schreit - bleiben dem Zuschauer unvergesslich.

Heinz Weiss, der die Dreharbeiten unter anderem im Berner Oberland in 2000 Metern Höhe und in Finnland als äußerst strapaziös beschrieb, brachte seine eigenen persönlichen, schmerzlichen Kriegserfahrungen in seine unvergessliche, zutiefst authentische Darstellung ein. Weiss wurde im Zweiten Weltkrieg am rechten Bein schwer verwundet und litt lebenslang unter den Spätfolgen, die 1999 sogar die Amputation notwendig machten.

"He is a man of good birth and excellent education, endowed by nature with a phenomenal mathematical faculty. But the man had hereditary tendencies of the most diabolical kind. A criminal strain ran in his blood, which, instead of being modified, was increased and rendered infinitely more dangerous by his extraordinary mental powers. He is the Napoleon of crime, Watson. "

Eric Porter as Professor James Moriarty in "The Final Problem" (1985)

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